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Weibchen oder Männchen?
von Marion Reich

Ob man sich bei Meerschweinchen für Weibchen oder Männchen entscheidet, ist eine reine Geschmacksfrage. Es gibt keine großen geschlechtsspezifischen Unterschiede, die ein Geschlecht als Heimtier geeigneter machen würde.

Männchen sind vielleicht etwas anschmiegsamer und Weibchen etwas selbstständiger, aber viele Ausnahmen beweisen auch das Gegenteil. Die individuellen Eigenschaften der Tiere überwiegen bei weitem.

Leider halten sich aber etliche Vorurteile, speziell was die Haltung von Männchen betrifft:
Meerschweinchen-Männchen stinken nicht, auch wenn sie nicht kastriert sind. Meerschweinchen haben keinen so intensiven Geruch wie beispielsweise Mäuse, Ratten oder auch Hamster.
Hält man Meerschweinchen ausreichend sauber, überwiegt der Geruch von frischem Heu.
Man braucht auch keine Angst zu haben, dass man von Männchen häufiger "angemacht" wird als von Weibchen, wenn man sie am Arm oder Schoß hält. Außerdem kann man Meerschweinchen relativ leicht beibringen, "schoßrein" zu werden (siehe Trainingstipps), sodass sich dieses Problem ohnehin nur in Ausnahmefällen stellen sollte.
Meerschweinchen-Männchen spritzen auch nicht mit Harn. Das ist im Gegenteil ein Verhalten, das Weibchen zeigen, wenn sie einen aufdringlichen Artgenossen abhalten wollen (Harnspritzen, siehe Körpersprache).
Meerschweinchen-Männchen sind nicht bissiger als Weibchen. Man hat im Gegenteil manchmal den Eindruck, dass eher Weibchen zum Beißen neigen, während Männchen dem Menschen gegenüber häufig ausgesprochene Pazifisten sind.

Wichtig ist, dass man Meerschweinchen niemals allein halten darf. Man kann sich für zwei Weibchen oder zwei Männchen entscheidet oder - was häufig die beste Lösung ist - für ein Weibchen und ein kastriertes (!) Männchen.
Hält man zwei Männchen, braucht man sie nicht unbedingt kastrieren zu lassen, obwohl es auch gute Erfahrungen mit der Haltung von Frühkastraten bei der reinen Bockhaltung gibt.
Die Kastration ist eine Maßnahme zur Vermeidung von unerwünschter Vermehrung bei der gemeinsamen Haltung mit Weibchen. Jedes Männchen, das mit Weibchen Kontakt hat, sollte kastriert sein! Ausnahme sollten nur Zuchtböcke (oder Männchen in reiner Bockhaltung) sein, denn es ist keine gute Idee, einfach so Junge zu bekommen (warum erfahren Sie hier). Ganz abgesehen davon, dass es schwer ist, die Jungen an gute Plätze zu vermitteln und in Tierheimen und privaten Notstationen viele Meerschweinchen auf ein neues Zuhause warten.

Bringt man Jungtiere zusammen, ist die Vergesellschaftung normalerweise problemlos. Erreichen die Tiere ein Alter von etwa vier Monaten bis etwas über ein halbes Jahr, beginnen sie allerdings damit, sich ihre Rangordnung auszumachen. Da können dann sowohl in Weibchengruppen als auch in Männchengruppen durchaus die Fetzen fliegen. Am besten hält man sich in solchen Situationen als Halter möglichst heraus, weil jede Einmischung die Klärung der Fronten verzögern kann. Eingreifen sollte man nur, wenn sich die Tiere tatsächlich Bisswunden zufügen. Meistens geht diese Phase einigermaßen friedlich über die Bühne, aber es kann auch vorkommen, dass die Situation eskaliert und man die Tiere trennen muss. (Näheres dazu lesen Sie hier.)
Weitere Informationen zur Gruppenzusammensetzung finden Sie hier.



       

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