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Gruppenzusammensetzung
Meerschweinchen
sind hochsoziale Tiere, die mindestens einen Artgenossen zum Wohlfühlen
brauchen. Allerdings sind Meerschweinchen auch Individualisten und
verstehen sich nicht unbedingt mit jedem anderen Meerschweinchen.
Aber was würden Sie denn davon halten, wenn ein Wildfremder
plötzlich bei Ihnen einziehen wollte?
Es
sind verschiedenste Kombinationen für Gruppenzusammensetzungen
möglich. Man kann zwei Weibchen gemeinsam halten, zwei Männchen,
die dann auch nicht kastriert sein müssen, ein Weibchen und
ein (kastriertes!!) Männchen oder man entscheidet sich für
eine größere Gruppe.
Eine reine Weibchengruppe ist möglich, besser ist es im Allgemeinen
allerdings einen kastrierten Bock in der Gruppe zu haben, der (hoffentlich)
für etwas Ordnung sorgt.
Auch Männchengruppen sind theoretisch möglich. Hier wird
meistens empfohlen, sich für geradzahlige Gruppen zu entscheiden
(Mehr zu Bockgruppen lesen Sie hier).
Wichtig ist, dass die reinen Bockgruppen nicht mit Weibchen in Kontakt
kommen. Garantien gibt es aber keine, dass sich mehr als zwei Männchen
auf die Dauer vertragen!
Zwei Männchen und zwei Weibchen in einem Käfig/Gehege
zu halten, ist im Allgemeinen ein Garant für Auseinandersetzungen.
Wenn man ausreichend Platz zur Verfügung hat, kann man aber
durchaus zwei Männchen und Weibchen halten, allerdings braucht
es dann etwa drei Weibchen pro Männchen und Männchen,
die es schaffen, sich miteinander zu einigen, welche Weibchen wem
"gehören".
Ab einer gewissen Gruppengröße kann eine Gruppe unter
Umständen in zwei Untergruppen zerfallen, beide Untergruppe
leben dann sozusagen nebeneinander. So kann es funktionieren, dass
jedes Männchen mit seinem Harem friedlich in Nachbarschaft
zu der anderen Gruppe lebt (Voraussetzung ist dabei natürlich
viel Platz und der individuelle Charakter der Tiere!).
Die
ideale Gruppenzusammensetzung ist nach meiner Meinung die Haltung
von einem kastrierten Bock mit zwei oder drei Weibchen. Mehr als
vier bis fünf Weibchen würde ich nicht mit einem Männchen
vergesellschaften, weil der Stress für das männliche Tier
dann schon zu groß werden kann. Außerdem ist bei großen
Gruppen die Gefahr des Zerfalls in zwei Untergruppen gegeben, was
bei ausreichendem Platzbedarf vom Halter gar nicht unbedingt bemerkt
werden muss. Es kann aber auch zu sehr stressigen Situationen für
alle Tiere führen.
In
der Vierergruppe (ein kastrierter Bock und drei Weibchen) können
die Tiere ihr natürliches Verhalten am besten ausleben und
die Gruppengröße entspricht auch etwa der natürlichen
Lebenssituation von Wildmeerschweinchen. Allerdings muss das Männchen
unbedingt kastriert werden, sonst steht ein Meerschweinchensegen
ohne Ende ins Haus. Und einfach so Meerschweinchen vermehren, sollte
man auf keinen Fall, denn es gibt schon genug heimatlose Meerschweinchen,
ohne dass man selbst seinen Beitrag dazu leisten müsste.
Ganz
wichtig ist, dass man bestehende Meerschweinchen-Gruppen nicht einfach
zusammensetzt. Das bedeutet für alle beteiligten Tiere großen
Stress, auch wenn es vielleicht "nur" bei einem Ausflug
in den Garten oder zu Freunden passiert. Die Männchen der jeweiligen
Gruppen werden dann normalerweise zum Streiten beginnen, aber auch
wenn nur Weibchen in der Gruppe sind, ist ein Zusammensetzen von
Gruppen keine gute Idee. Wenn in einer Gruppe unkastrierte Männchen
leben, können die Weibchen der anderen Gruppe noch dazu gedeckt
werden. Meerschweinchen gehen nicht einfach so "Freunde"
besuchen. Die "Freunde" sind die Tiere der Gruppe, in
der sie leben!
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