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Hygienische Aspekte beim Einsatz von Meerschweinchen in tiergestützter Pädagogik und Therapie

Therapietiere, egal welcher Art, sollten immer artgerecht gehalten und gut auf den Menschen sozialisiert werden. Außerdem ist es wesentlich, dass nur gesunde Tiere zum Einsatz kommen!

Trotzdem gibt es beim Einsatz von Tieren - und daher auch beim Einsatz von Meerschweinchen - einige hygienische Aspekte, die man zum Wohl der Tiere und der Klienten beachten sollte:

  • Meerschweinchen werden nicht stubenrein und sie werden auch nicht hundertprozentig "schoßrein" (Näheres dazu lesen Sie hier.) Daher sollte man beim Einsatz von Meerschweinchen immer eine urindichte Unterlage verwenden und die Kotballen laufend entfernen.

  • Außerdem ist zu beachten, dass Meerschweinchen in Stresssituationen nervös bedingten Durchfall zeigen können, der auch einige Stunden nach dem Stresserlebnis auftreten kann. In diesem Fall sind die Rahmenbedingungen des Einsatzes der Meerschweinchen grundlegend zu überdenken! (Näheres zu Stress-Symptomen)

  • Das Immunsystem alter Menschen und kleiner Kinder ist nicht so gut ausgeprägt wie bei einem gesunden Erwachsenen. Insofern sind alte Menschen und Kinder auch für Zoonosen anfälliger, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Die Zoonose mit der größten Relevanz bei Meerschweinchen ist die Pilzinfektion.
    Tiere, die das geringste Anzeichen einer Pilzerkrankung zeigen (haarlose Stellen im Fell mit Schuppenbildung etc.), sollten daher niemals eingesetzt werden. Auch Tiere, die sich häufiger kratzen als normal, sind genau zu beobachten und am besten einem meerschweinchenkundigen Tierarzt vorzustellen.
    Außerdem darf man nicht außer Acht lassen, dass für Meerschweinchen bei Pilzinfektionen des Klienten auch eine Ansteckungsgefahr besteht und dass gestresste Tiere anfälliger für Pilzinfektionen sind.

  • Für den tiergestützten Einsatz sollten immer nur Meerschweinchen in Betracht gezogen werden, die einerseits keine übertriebene Angst dem Menschen und/oder ungewohnten Situationen gegenüber zeigen, die aber andererseits auch nicht bissig sind. Der Biss eines Meerschweinchens birgt zwar kein großes Risiko, ist aber für den Klienten doch ein negatives Erlebnis mit dem Tier. Während Bisse zwischen Meerschweinchen meisten im dichten Fell abgefangen werden und zu keinen Hautverletzungen führen, können sie auf der menschlichen Haut durchaus zu Kratzern und auch blutenden Wunden führen. Eine Desinfektion ist in solchen Fällen anzuraten. (Näheres zur Bissigkeiten von Meerschweinchen)
Text & Foto: Marion Reich; veterinärmedizinische Beratung: Dr. Frank Künzel

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