Welche
Meerschweinchen eignen sich für einen tiergestützten Einsatz?
von Marion Reich
Geeignet
sich freundliche, selbstbewusste Meerschweinchen, die nicht zu übertriebener
Angst neigen und keinen ausgesprochenen Hang zum Beißen haben.
Bei Jungtieren ist es häufig schwierig einzuschätzen,
ob sich die Tiere im späteren Leben einmal für tiergestützte
Einsätze eignen werden.
Die
Tiere sollten die Möglichkeit gehabt haben, eine Vertrauensbeziehung
zu ihrer Bezugsperson aufzubauen. Das setzt eine gewisse Vorbereitungszeit
voraus!
Kleine
Meerschweinchen sollten einerseits möglichst stressfrei an
unterschiedliche Situationen in Bezug auf tiergestützte Einsätze
herangeführt werden. Andererseits ist es auch wichtig, ihnen
ein ruhiges Heranwachsen in der Gruppe zu ermöglichen. Die
ersten richtigen Einsätze sollte man Meerschweinchen daher
erst zumuten, wenn sie die entsprechende Reife zeigen.
Eine
obere Altersgrenze ist schwer zu definieren. Kranke Tiere gehören
natürlich auf keinen Fall in einen tiergestützten Einsatz.
Nachdem den Tieren teilweise sehr viel abverlangt wird, ist es
im Sinne des Tierschutzes wichtig, die Tiere nicht bis zum bitteren
Ende zu Einsätzen zu schleppen. Die individuelle Veranlagung,
die Frequenz der Einsätze und die Begeisterung der Tiere
kann aber nur von Fall zu Fall beurteilt werden. Es mag durchaus
Individuen geben, die bis ins hohe Alter mit Freunde bei der Sache
sind. In vielen Fällen wird es aber vorteilhaft sein, die
Tiere im Alter von drei bis vier Jahren in den verdienten Ruhestand
zu schicken.
Beim
Einsatz von Meerschweinchen aus zweiter Hand sollte man immer
im Hinterkopf behalten, dass man die Reaktion der Tiere in manchen
Situationen schwer einschätzen kann. Viele Tiere, die in
den ersten Lebensmonaten schlecht gehalten und dann abgegeben
wurden, haben nie gelernt, dem Menschen wirklich zu vertrauen.
Gerade bei Meerschweinchen aus zweiter Hand muss der Einsatz aus
Tierschutzgründen besonders genau geprüft werden!
Meerschweinchenmännchen
sollten nur kastriert zum Einsatz kommen, es sei denn, sie werden
in reiner Bockhaltung gehalten.
In jedem Fall sollten Meerschweinchen keinen Kontakt zu gruppenfremden
Tieren haben, denn abgesehen von jeder Ansteckungsgefahr bedeutet
das für alle beteiligten Tiere eine große Stressbelastung.
Und Männchen in Bockhaltung, die im Zuge eines Einsatzes
Kontakt zu Weibchen hatten, können unter Umständen beginnen,
miteinander zu kämpfen. Außerdem gilt es zu verhindern,
dass Weibchen durch fremde unkastrierte Böcke gedeckt werden.
|