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Clicker-Training
für Meerschweinchen
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Clicker
und kleine Salatstückchen als Bestätigungshäppchen
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Das
Clicker-Training ist
eine beliebte Trainingsmethode, die auf positiver Bestärkung
eines gewünschten Verhaltens beruht. Um dem Tier zu zeigen,
dass das Verhalten, das es genau in diesem Augenblick gezeigt hat,
gewünscht ist und eine positive Bestätigung, z. B. in
Form eines Leckerlis, bedeutet, verwendet man ein Brückensignal.
Dieses Brückensignal, das innerhalb von Sekunden im Anschluss
an das gewünschte Verhalten ertönen muss, kann ein Click
mit einem so genannten Clicker sein. Ein Clicker ist im Zoofachhandel
erhältlich.
Für
das Clickertraining bei Meerschweinchen wählen Sie am besten
einen Clicker, der möglichst leise ist. Alternativ kann man
auch das Klicken eines Kugelschreibers als Brückensignal verwenden,
ich habe mich bei meinen Tieren aber dagegen entschlossen, denn
das Clicken zu Trainingszwecken soll wirklich nur zu Trainingszwecken
ertönen. Mit einem Kugelschreiber klickt man leicht einmal.
Meerschweinchen
sind ziemlich geräuschempfindlich. Bevor man daher mit dem
eigentlichen Clicker-Training beginnt, sollte man das Geräusch
des Clickers für alle Meerschweinchen der Gruppe zunächst
neutral besetzen. Am besten man probiert einmal aus, wie die Tiere
auf das Clickgeräusch reagieren, wenn man sich weit weg vom
Käfig befindet (aber noch in Sichtkontakt oder mit Hilfe einer
zweiten Person, die die Reaktion der Meerschweinchen beobachtet).
Je nach "Schreck"-Reaktion kann man den Clicker zunächst
in einiger Entfernung über den Tag verteilt einige Tage lang
immer wieder betätigen, bis die Meerschweinchen das Geräusch
ignorieren. Man kann den Clicker dann in einer Westentasche (am
besten einer dicken Fleece- oder Sweatshirtweste) versteckt immer
näher beim Käfig betätigen, immer ein bisschen näher,
solange bis die Tiere auch darauf nicht mehr reagieren - und schließlich
auch außerhalb der Westentasche.
Wird der Clicker von allen Meerschweinchen der Gruppe erfolgreich
ignoriert, kann man zum nächsten Trainingsschritt übergehen.
Unmittelbar vor jeder Fütterung mit Saft- und/oder Grünfutter
lässt man den Clicker ertönen. Auch diese Prozedur wiederholt
man mehrere Tage hintereinander, wobei es nicht schlimm ist, wenn
man es einmal vor einer Fütterung vergisst, aber es sollte
doch halbwegs regelmäßig durchgeführt werden. Füttert
man Meerschweinchen zweimal am Tag mit Saft- und/oder Grünfutter
hat man pro Tag zweimal die Gelegenheit, den Clicker einzusetzen.
Irgendwann werden die Meerschweinchen den Clickton mit der bevorstehenden
Fütterung in Verbindung bringen. Ob man dieses Ziel schon erreicht
hat, kann man nach einigen Tage überprüfen. Man clickt
und wartet auf die Reaktion der Tiere. Ignorieren sie den Ton, hat
man zwar das erste Trainingsziel (nämlich, dass die Schweinchen
kein Angst vor dem Clicker haben) erreicht, das zweite Trainingsziel,
die positive Verknüpfung hat aber noch nicht stattgefunden.
Doch Beharrlichkeit führt zum Ziel!
Wem
diese Vorgehensweise zu kompliziert erscheint, sollte nicht außer
Acht lassen, dass das Training für die Tiere möglichst
stressfrei verlaufen sollte. Deshalb ist es wichtig, dass man jegliche
Angst reduziert und langsam vorgeht. Sonst erlebt man beim "tatsächlichen"
Training nur einen Rückschlag nach dem anderen!
Haben
die Meerschweinchen gelernt, dass das Clickgeräusch irgendetwas
mit Futter zu tun hat, kann man zum nächsten Trainingsschritt
übergehen, dem eigentlichen Clicker-Training. Zu diesem Zweck
baue ich einen eigenen Trainingsfreilauf auf, in dem ich mit einzelnen
Tieren trainiere. Und somit ergibt sich auch gleich noch ein Zwischenschritt,
den die Meerschweinchen beherrschen sollten, und zwar die zeitweise
(kurzzeitige) Trennung von der Gruppe. Denn hat das Meerschweinchen
allein durch die Tatsache, dass es von den Mitschweinchen abgetrennt
wurde, enormen Stress, wird es nichts lernen.

Trainingsfreilauf mit Rascheltunnel
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Der
Trainingsfreilauf wird in den ersten Trainingseinheiten positiv
für das Tier besetzt, das heißt, es gibt Futter in kleinen
Häppchen, das gut schmeckt (mehr zu positiven Bestätigung
lesen Sie hier). Dann beginnt
man den Clicker in der Trainingssituation einzuführen. Am Anfang
gibt es viele, viele Clicks, gefolgt von vielen, kleinen Leckerlis.
Ist das Meerschweinchen schon ein bisschen fortgeschrittener, beginnt
man, nur noch bestimme Verhaltensweisen zu bestätigen. Wenn
man zum Beispiel möchte, dass das Meerschweinchen selbstständig
zu einem kommt und auf den Schoß klettert, gibt es ein "Click
- Futter" für jede Bewegung in die richtige Richtung,
für jede Pfote, die auf einen gestellt wird usw.
Die
Dauer der Trainingseinheiten ist dabei immer kurz zu halten. Wenige
Minuten (maximal 5) reichen besonders am Anfang vollkommen aus.
Meistens ist das Schweinchen auch nur eine gewisse, kurze Zeit bereit,
mitzuarbeiten. Man sollte immer aufhören, bevor das Tier die
Lust an der Sache zu verlieren beginnt, also wenn es noch richtig
Spaß macht - eine Herausforderung für jeden Trainer.
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Eine
Möglichkeit, den Trainingsfreilauf interessant zu machen,
ist dort gutes Futter anzubieten, zB Petersil zum Selbstbedienen
- auch bekannt unter dem Arbeitstitel "Mord an einem
Petersil-Stöckchen". ;-)
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Freja
ist kein Meerschweinchen, das einen Zimmerfreilauf schätzt.
Sie bricht nach kürzester Zeit mit einem eleganten Satz
aus, egal ob der Freilauf für eine Vergesellschaftung verwendet
wird (wie auf dem Foto) oder zu Trainingszwecken. |
Und
zuletzt noch ein kleiner Tipp: Nicht jedes Meerschweinchen hat Spaß
an Trainingseinheiten, bei denen es von der Gruppe getrennt ist,
oder überhaupt am Clicker-Training. Es gibt durchaus Meerschweinchen,
denen die geistige "Arbeit" gut tut und die mit Freude
bei der Sache sind - aber es gibt auch solche, die absolut keinen
Spaß daran haben. Das merken sie im Laufe der ersten Trainingseinheiten.
Zwingen Sie bitte kein Meerschweinchen zu einem Training, das ihm
Stress bereitet. Meerschweinchen sind keine Tierart, die besonders
gerne "Tricks" lernen. Sollten Sie Tiere zuhause haben,
die es eher gemütlich schätzen, genießen sie die
gemeinsame Zeit mit ihnen auf andere Weise.
Es sollte beim Training von Meerschweinchen immer darum gehen, die
Beziehung zu den Tieren zu stärken. Das kann man auf viele
Arten erreichen - eine Art kann Clicker-Training sein.
Sie können aber auch verschiedene andere Beschäftigungsmöglichkeiten
ausprobieren, zB Intelligenzspiele,
den Heuballon oder andere
Beschäftigungsideen.
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