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Rassespezifische Eigenschaften

KimiWas die Haltung angeht, stellen die meisten Meerschweinchenrassen sehr ähnliche Ansprüche. Bei Langhaartieren muss nur die Fellpflege berücksichtigt werden, also das regelmäßige Bürsten der Tiere und gegebenenfalls das Schneiden des Fells, besonders im Afterbereich. Glatthaartiere, Rosetten-, Rex- und US-Teddy-Meerschweinchen benötigen dagegen normalerweise keine Unterstützung bei der Fellpflege.

Was den Charakter einzelner Rassetiere angeht, hört man immer wieder, dass Langhaarmeerschweinchen ruhiger sein sollen und Rosettenmeerschweinchen gesprächiger. Es gibt allerdings meines Wissens keinen wissenschaftlichen Beleg für diese Behauptungen und man trifft durchaus aufgeweckte Langhaarmeerschweinchen und eher schweigsame Rosetten. Erfahrene Züchtern vertreten eher die These, dass bestimmte Charaktereigenschaften in bestimmten Zuchtlinien stärker vertreten sind, sodass es durchaus sein kann, dass manche Langhaarzuchtlinien tatsächlich ruhigere Tiere hervorbringen als andere.

Durch die unterschiedliche Haarlänge und Fellstruktur kann sich die Körpersprache von Tieren einzelner Rassen etwas unterscheiden. Und es kann auch durchaus sein, dass die Körpersprache, besonders was zB das Sträuben bzw. das Anlegen des Fells angeht, nur eingeschränkt möglich ist. Das größte Repertoir an Fellstellungen, von eng angelegt über locker getragen bis stark gesträubt, findet man natürlich bei kurzhaarigen Glatthaartieren, daher kann der Halter das Ausdrucksverhalten von Glatthaartieren im Allgemeinen am leichtesten lesen. Doch auch unter Meerschweinchen unterschiedlicher Rassen kann es durchaus zu Missverständnissen kommen, wenn die Tiere zum ersten Mal Vertretern dieser anderen Rassen begegnen. Ein Glatthaarmeerschweinchen, das noch nie in seinem Leben mit einem Rosettenmeerschweinchen Kontakt hatte, kann zB das aufgestellte Fell des anderen leicht als agressive Geste missdeuten.
Auch als Halter kann man Unterschiede aufgrund der Fellstruktur bemerken. So lassen sich Rosetten im Allgemeinen nicht gern über den ganzen Körper streicheln, weil man sie dabei unweigerlich gegen den Strich streichelt. Sie genießen eher ein lokales Kraulen. Schopfmeerschweinchen (Crested, english oder american) werden wieder nicht gerne am Kopf gestreichelt, wieder weil man dabei gegen den Strich streicheln, sondern ziehen es vor, wenn man sie am Oberkopf hinter der Stirnrosette berührt.

Manche Rassen haben möglicherweise eine besondere Anfälligkeit für gewisse Erkrankungen, zB Satinmeerschweinchen für die unheilbare Krankheit Osteodystrophie, die in einigen Zuchtlinien vermehrt aufgetreten ist. Dalmatiner- und Schimmelmeerschweinchen tragen einen Lethalfaktor und dürfen daher nicht mit anderen Tieren mit Dalmatiner- und /oder Schimmelfärbung oder weißen Tieren, die mögliche Träger des Lethalfaktors sind, verpaart werden.

 

Text & Foto: Marion Reich

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