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Die Sinne der Meerschweinchen

Wildmeerschweinchen haben eine große Zahl an natürlichen Feinden. Und auch wenn sich unsere Hausmeerschweinchen normalerweise keinem Raubtier gegenübersehen, tragen sie noch immer das Erbe ihrer wilden Verwandten in sich. Meerschweinchen sind daher ziemlich schreckhafte, ängstliche Tiere, die immer darauf bedacht sind, ein sicheres Versteck in greifbarer Nähe zu haben. Ihre Sinne sind zwar natürlich längst nicht mehr so scharf wie die der Wildmeerschweinchen, doch spielen sie noch immer eine wichtige Rolle, um die Tiere vor (vermeintlichen) Gefahren zu warnen.

Gehörsinn: Erwachsene Meerschweinchen können Töne bis zu einer Frequenz von etwa 33 kHz wahrnehmen. Damit liegt ihre Hörgrenze im hochfrequenten Bereich wesentlich höher als die des Menschen. Das erklärt, warum Meerschweinchen manchmal erschrecken, wenn man selbst überhaupt nichts wahrnimmt, denn wir können diese Geräusche einfach nicht mehr hören. Besonders beachten muss man das natürlich, wenn Meerschweinchenkäfige oder Gehege in der unmittelbaren Nähe von Stereoanlagen oder Fernseher aufgestellt sind.

BenjiGeruchssinn: Meerschweinchen besitzen einen sehr feinen Geruchsinn. Er ist etwa 1000 Mal empfindlicher als der (zugegebenermaßen sehr schlecht entwickelte) Geruchsinn des Menschen. Duftmarkierungen spielen beim Sozialverhalten der Meerschweinchen eine große Rolle. Männchen markieren "ihre" Weibchen, um die Gruppenzusammengehörigkeit zu unterstreichen. Besonders während der "Hitze" riechen Meerschweinchenweibchen besonders gut und können sich der männlichen Aufmerksamkeit gar nicht erwehren. Aber natürlich nehmen Meerschweinchen auch den Duft von frischem Grünfutter oder aromatischen Heu augenblicklich wahr. Allerdings hat man manchmal den Eindruck, dass sie direkt vor dem Futter sitzen können, ohne es zu finden - vielleicht ein Resultat von Reizüberflutung? Da Meerschweinchen einen so empfindlichen Geruchsinn haben, sollte man auf ihre Nasen auch Rücksicht nehmen. Zigarettenrauch, Parfüm, Nagellack, Nagellackentferner oder andere Lösungsmittel und heftige Küchendünste zB sollte man seinen Meerschweinchen ersparen.

Geschmacksinn: Meerschweinchen sind kleine Feinschmecker. Ihr Geschmacksinn ist gut entwickelt. Sie können auf jeden Fall zwischen süß und bitter unterscheiden. Beim Füttern merkt man schnell die individuellen Vorlieben des betreffenden Tieres.

DaisyTastsinn: Der Tastsinn spielt eine wichtige Rolle, bei der Orientierung der Tiere. Die empfindlichen Tasthaare sind im Kopfbereich deutlich sichtbar. Mit Hilfe dieser Tasthaare kann das Meerschweinchen sich auch im Dunkeln sicher bewegen und auch blinde Meerschweinchen lassen diese Behinderung kaum erkennen. Die Tasthaare darf man keinesfalls kürzen.

Sehsinn: Durch die seitlich am Kopf angeordneten Augen haben Meerschweinchen ein sehr großes Gesichtsfeld, das ihnen fast einen Rundumblick ermöglicht. Das ist für Fluchttiere, die viele natürliche Feinde haben, typisch. Durch die seitliche Lage der Augen kommt es allerdings nicht zu einer Überlappung der Sehfelder des linken und des rechten Auges. Dadurch sind Meerschweinchen nicht in der Lage, Dinge zu sehen, die unmittelbar vor ihrer Nase liegen, was erklärt, warum ein Meerschweinchen manchmal herzhaft in den Finger beißt, der ihm einen Leckerbissen hinhält. Auch die Sehschärfe ist nicht mit der menschlichen Sehschärfe vergleichbar. Meerschweinchen sind aber Meister darin, auch kleinste Bewegungen wahrzunehmen. Und Meerschweinchen können auch unterschiedliche Farben unterscheiden.

 

Text: Marion Reich; Foto 1: Cornelia Schiketanz. Foto 2 & 3: Marion Reich

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