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Wilde Abstammung
von Marion Reich
Vielen Dank an Björn Jordan für das Foto der Argentinischen Wildmeerschweinchen!

Hausmeerschweinchen stammen von Wildmeerschweinchen ab. Man geht im Moment davon aus, dass die wilde Stammform die Tschudi-Meerschweinchen (Cavia tschudii) sind. Diese Art wurde früher als Unterart der Cavia aparea klassifiziert, gilt jetzt aber als eigenständige Art.
Wildmeerschweinchen sind in weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Das Foto rechts zeigt Argentinische Wildmeerschweinchen, Cavia aperea pamparum. Wildmeerschweinchen leben im dichten Grasland und in Buschlandschaften. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Blättern und Kräutern. Wildmeerschweinchen nutzen Bauten, die von anderen Tieren verlassen wurden, oder Mulden unter Pflanzen als Unterschlupf. Vermutlich graben sie keine eigenen Höhlen.

Wildmeerschweinchen sind dämmerungsaktiv wie viele Tiere, die eine große Zahl an natürlichen Feinden haben. Ihr Fell besitzt die typische Wildfärbung (Agoutifärbung) mit einigen festen Grannenhaaren, die bei Gefahr abgestoßen werden können.

Wildmeerschweinchen leben in kleinen Gruppen, die sich aus einem männlichen Tier und mehreren weiblichen Tieren mit ihrem Nachwuchs zusammensetzen. Ein zweites erwachsenes Männchen wird in der Gruppe nicht geduldet, heranwachsende Männchen werden frühzeitig vertrieben.

Wildmeerschweinchen haben einen wesentlich zarteren Körperbau als Hausmeerschweinchen und erreichen ein Gewicht von etwa 500 bis 600 Gramm. Sie besitzen gerade Ohren und eine spitze Schnauze. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen können sie bis zu 70 Zentimeter hoch springen.

Meerschweinchen leben schon seit Jahrtausenden in der Gesellschaft von Menschen. Knochenfunde, die aus einer Zeit von etwa 1000 v. Chr. stammen und schon alle Merkmale der Domestikation zeigen, legen nahe, dass Meerschweinchen schon vor dieser Zeit domestiziert wurden. Primär wurden sie als Fleisch- und Opfertier genutzt.

Hausmeerschweinchen zeigen die typischen Veränderungen von domestizierten Tieren: Sie besitzen kleinere Gehirne als Wildmeerschweinchen und haben eine deutlich verringerte Fluchtdistanz dem Menschen gegenüber. Hausmeerschweinchen werden größer und schwerer als Wildmeerschweinchen. Außerdem zeigen Hausmeerschweinchen eine Vielzahl unterschiedlicher Fellfarben und Fellstrukturen, die in den letzten Jahrzehnten durch die gezielte Rassemeerschweinchenzucht noch stark ausgebaut wurde.


Neben den eigentlichen Meerschweinchen (Cavia) zählen noch 4 weitere Gattungen zur Familie der Meerschweinchenartigen: das Wieselmeerschweinchen (Galea), das Felsenmeerschweinchen oder Moko (Kerodon), das Zwergmeerschweinchen (Microcavia) und der Mara (Dolichotis), bei dem man den Kleinen und den Großen Mara unterscheidet.

Wie die Wildmeerschweinchen leben auch die anderen Meerschweinchenartigen in Südamerika. Sie bewohnen meist karge Graslandschaften und leben wie die Wildmeerschweinchen von nährstoffarmer Kost. Die unterschiedlichen Arten zeigen aber die verschiedensten Anpassungen an ihren speziellen Lebensraum. Zwergmeerschweinchen können zum Beispiel auf Büsche klettern, um an die Blätter zu kommen, Felsenmeerschweinchen (siehe Foto links) sind geschickte Springer und Kletterer, sowohl an Felswänden als auch in Bäumen.

Auch in ihrem Sozialverhalten gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gattungen.
Das graue Wieselmeerschweinchen lebt zum Beispiel in großen gemischtgeschlechtlichen Gruppen aus mehreren Männchen und Weibchen. Die Männchen sind relativ verträglich und bilden eine stabile Hierarchie aus, die vom schwersten Männchen dominiert wird. Das ranghöchste Männchen ist allerdings nicht das einzige, das in den Genuss kommt, sich fortzupflanzen. Bei den Wieselmeerschweinchen paaren sich alle Männchen mit allen Weibchen.

Nicht so friedlich im Umgang miteinander sind die kleinsten Meerschweinchenartigen, die Zwergmeerschweinchen, zu denen die Wüstenmeerschweinchen zählen. Männliche Wüstenmeerschweinchen sind sehr aggressiv Artgenossen gegenüber. Die Tiere liefern einander erbitterte Kämpfe, die bis zum Tod des unterlegenen Tieres führen können.

Der Große Mara (siehe Foto rechts) dagegen lebt monogam, was bei Säugetieren selten vorkommt. Große Maras bilden Paare, die ein Leben lang zusammenbleiben. Die Paarbildung geht dabei primär vom Männchen aus. Es wählt - kaum ausgewachsen - ein oft noch nicht geschlechtsreifes Weibchen zum Partner und weicht nicht mehr von seiner Seite. Das Weibchen wird in Gegenwart anderer Männchen eifersüchtig bewacht.



       

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