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Erkrankungen des Harntrakts

Meerschweinchen leiden häufiger an Harnsteinen, als der Halter vermutet, da Harnsteine häufig nur unspezifische Symptome hervorrufen und daher unentdeckt bleiben.

Werden Harnsteine diagnostiziert, konnte im Vorfeld häufig schmerzhaftes Verhalten beim Harnabsatz oder Blut im Harn beobachtet werden. Es kann auch zu Futterverweigerung kommen. Diese Symptome können aber auch bei einer Blasenentzündung auftreten.

Hinweise auf Harngrieß sind körnige Ablagerungen im Harn, wodurch sich der Harn trüber als normal darstellen kann.

Zur Harnsteinprophylaxe empfohlen:

  • Verzicht oder sparsame Verfütterung von Trockenfutter
  • ständiges Angebot von Trinkwasser
  • ausreichende Versorgung mit Saftfutter
  • keine calciumhältigen Lecksteine
  • keine Multivitaminpräparate, die Vitamin D enthalten
  • Verzicht oder sparsame Verfütterung von Futtermitteln mit hohem Calcium-Gehalt wie Luzerneprodukte (Luzerneheu oder -pellets)

Harnstein eines Meerschweinchens

Harnsteine bleiben häufig symptomlos. Kommt es allerdings zu einer Verlegung der Harnröhre, ist eine unverzügliche Entfernung durch den Tierarzt unbedingt lebensnotwendig.

Meerschweinchen können auch an einer Harnblasenentzündung erkranken. Harnblasenentzündungen enstehen vielfach als Folge bakterieller Infektionen sowie als Folge einer mechanischen Schleimhautreizung durch Harnsteine oder Harngrieß.
Eine Blasenentzündung ist oftmals durch abnorm häufigen Harnabsatz gekennzeichnet. Vielfach kann ein mit Harn verklebtes Hinterteil beobachtet werden. Auch im Fall einer entzündlichen Veränderung der Harnblase kann es zu blutigem Harnabsatz kommen. Unter Umständen frisst das Meerschweinchen weniger als üblich.
Eine Blasenentzündung ist aber im Allgemeinen gut behandelbar.

Nierenversagen tritt bei Meerschweinchen selten auf und meist als Begleiterscheinung anderer Grundkrankheiten. Ursache dafür sind bakterielle Infektionen, Nierensteine oder Tumoren (Lympome). Anzeichen stellen sich meist unspezifisch dar (Abmagerung, Futterverweigerung und ein struppiges, ungepflegtes Fell).

 

Text: Marion Reich; veterinärmedizinische Beratung: Dr. Frank Künzel; Foto 1: Cornelia Schiketanz; Foto 2: Claudia Gebhart

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