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Erkrankungen des Atmungstrakts

Meerschweinchen sind relativ anfällig für Atemwegserkrankungen.

Ein Grund dafür kann sein, dass die Tiere nicht sauber genug gehalten werden oder der Käfig eine geschlossene Plastikhaube hat bzw. der Eigenbau mit Plexiglas verkleidet ist. Meerschweinchen haben einen regen Stoffwechsel. Ammoniak ensteht bei der bakteriellen Zersetzung von Harnstoff, der mit dem Urin ausgeschieden wird. Da Ammoniak die Atemwege stark reizt, kann es durch eine starke Ammoniakbelastung zu einer erhöhten Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen kommen.
Auch plötzliche Temperaturwechsel, Bodennässe und Unterkühlung oder Überhitzung können zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege führen. Ebenso können alle Situationen, die zB durch Stress eine Schwächung des Immunsystems zur Folge haben, das Auftreten von Atemwegsinfektionen begünstigen.
Im Vordergrund steht jedoch eine Ansteckung von Tier zu Tier (zB durch Neuzugänge).
Liegen der Infektion bakterielle Erreger zugrunde, ist auf ausreichende Hygiene im Umgang mit den Tieren zu achten, da ein gewisses Ansteckungsrisiko zwischen Mensch und Meerschweinchen bestehen kann (sowohl vom Meerschweinchen auf den Menschen als auch vom Menschen aufs Meerschweinchen).

Es gibt eine große Zahl an Erregern, die bei Meerschweinchen zu Atemwegserkrankungen führen können. Häufig sind die ersten Symptome lediglich ein "Schniefen", das durch eine Verengung in der Nase zu Stande kommt, und Augenausfluss.
Bei Fortschreiten der Infektion kann es auch zu Nasenausfluss und Krustenbildung an der Nase kommen.
Husten sowie eine beschleunigte oder vertiefte Atmung können ein Hinweis auf eine Beteiligung der Lunge (Lungenentzündung) sein.
Meist ist dann das Allgemeinbefinden gestört und die erkrankten Tiere sitzen mit gesträubtem Fell herum, sind teilnahmslos und verweigern die Nahrungsaufnahme.


Kopfschiefhaltung infolge einer Mittelohrentzündung

Eine weitere mögliche Ursache für eine Lungenentzündung ist Flüssigkeit oder Futter, das in die Lunge geraten ist, zB im Zuge von künstlicher Ernährung mit der Spritze.
Die Lungenentzündung ist eine häufige Todesursache von Meerschweinchen, besonders in großen Beständen. Meerschweinchen mit Verdacht auf eine Atemwegsinfektion sollten umgehend einem meerschweinchenerfahrenen Tierarzt vorgestellt werden. Je früher die Tiere in tierärztliche Behandlung kommen, umso besser sind die Heilungschancen.

Bei verschleppten Erkrankungen des oberen Atmungstrakts können Meerschweinchen auch eine Mittelohrentzündung entwickeln. Die Infektion kann eine Kopfschiefhaltung zur Folge haben. In weiterer Folge kann das Allgemeinbefinden gestört sein.
Auch bei Mittelohrentzündungen ist es wichtig, dass die Behandlung durch den Tierarzt in einem möglichst frühen Stadium einsetzt.

 

Text: Marion Reich; Foto: Dr. Frank Künzel; veterinärmedizinische Beratung: Dr. Frank Künzel

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