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Protokoll
einer Vergesellschaftung
(Dezember 2007)
Vergesellschaftung von einem erwachsenen Weibchen zu einem Pärchen
Nach
Merlins Tod wird der Versuch unternommen, "sein" Weibchen
Freja (etwa 3 Jahre alt, seit etwas mehr als 2 Jahren nur mit Merlin
gehalten) mit Benji und Lea zu vergesellschaften. Benji ist etwa
2,5 Jahre alt, Lea etwas mehr als 1,5 Jahre, beide sind seit knapp
1,5 Jahren ein Paar.
Wie
zu erwarten ist, geht die Vergesellschaftung alles andere als reibungslos
über die Bühne. Es ist generell sehr schwierig, ein erwachsenes
Weibchen zu einem Paar zu gesellen, weil die Rangordnungsstreitereien
zwischen den Weibchen leicht eskalieren und Meerschweinchenweibchen
schnell entscheiden, welches andere Weibchen sie einfach nicht riechen
können. Außerdem, wer teilt schon gern sein Männchen
und wird statt des einzigen Weibchens plötzlich Teil eines
Harems? ;-)
Durch richtiges Management kann man zwar einiges erreichen, aber
die soziale Kompetenz - besonders die des beteiligten Männchens
- gibt den Ausschlag, ob eine solche Vergesellschftung dauerhaft
von Erfolg gekrönt ist. Zum Glück hat sich Benji als sozial
kompetentes Böckchen herausgestellt.
| Tag
1 |
Merlin
muss eingeschläfert werden. Freja bleibt allein zurück.
Benji und Lea übersiedeln mit ihrem Käfig ins Wohnzimmer.
Der Käfig wird Gitter an Gitter zu Frejas Käfig aufgestellt. |
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| Tag
2 |
Freja
wird für einige Zeit in den Käfig von Lea und Benji
gesetzt und umgekehrt. |
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| Tag
3 |
keine
Zeit für Vergesellschaftungsversuche (Betriebsfeier) |
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| Tag
4 |
1.
Versuch der Vergesellschaftung auf möglichst neutralem
Boden für Freja: Zusammenführung im Zimmerfreilauf
(siehe Foto)
Der Freilauf wird mit neutralen Unterschlupfmöglichkeiten
bestückt.
Freja
macht sofort Jagd auf Lea, in weiterer Folge auch auf Benji,
der Versuch wird nach etwa 20 Minuten wieder abgebrochen.
Kurze
Abkühlpause
2.
Anlauf: Benji wird am Schoß neben Freja gehalten und
beide werden abwechselnd mit derselben Hand gestreichelt,
bis sie sich beruhigt haben.
Am
Abend ein weiterer Versuch mit Freja und Lea am Schoß,
sofortige Beißerei
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| Tag
5 |
Noch
ein Versuch, diesmal unter strenger Aufsicht auf Bettbank. Sobald
Freja in die Nähe von Lea und Benji gebracht wird, massives
Zähneklappern und Fluchtversuch von Benji und Lea weg.
Pause
zum Abkühlen
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| Tag
6 |
Das
Wohnzimmer wird in zwei Bereiche für den Zimmerfreilauf
geteilt. Die Käfige bleiben Gitter an Gitter stehen, keine
weiteren Vergesellschaftungsversuche. |
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| Tag
7 |
1.
Kontakt von Freja und Benji durch das Gitter während des
Freilaufs im Zimmer. Zunächst reagiert Freja mit massivem
Zähneklappern auf Benjis Werbeverhalten, aber es kommt
erstmals zu einer Beruhigung der Situation. Freja stellt Zähneklappern
ein und lässt Benji balzen. Dafür scheucht Benji Lea
durch die Gegend. |
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| Tag
8 |
Wieder
Kontakt durch das Gitter im Zimmerfreilauf, kein direkter Kontakt |
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Tag
9,
Tag 10 |
keine
Zeit für Vergesellschaftungsversuche (Weihnachtsfeiern) |
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| Tag
11 |
2.
Anlauf im Zimmerfreilauf, diesmal mit 2 getrennten Bereichen
(siehe Foto)
Benji und Lea bzw. Freja sind für etwa 2 Stunden im jeweiligen
Abteil, dann Pause zum Ausruhen in den Käfigen.
Am
Abend wird der Aufenthalt im Zimmerfreilauf wiederholt, diesmal
mit getauschten Abteilen. Freja zeigt zunehmend weniger aggressives
Verhalten und zunehmend mehr Interesse an Benji. Anschließend
wieder in die Käfige retour.
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| Tag
12 |
Freja
ist brünstig und zeigt im Käfig erstmals echtes Interesse
daran, zu Benji zu gelangen. Die Tiere kommen wieder in den
Freilauf, die erste Viertel Stunde etwa wieder in die getrennten
Abteile. Dann wird das trennende Gitter entfernt. Benji beginnt
sofort, Freja zu bespringen. Lea steht der Angelegenheit mit
sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Jedes Mal, wenn
es zu Auseinandersetzungen zwischen Freja und Lea kommt, geht
Benji dazwischen.
Alle
bleiben etwa 6 bis 7 Stunden im gemeinsamen Zimmerfreilauf.
Anschließend wird die Gruppe in den neuen Käfig
übersiedelt.
Die
erste Zeit im Käfig verläuft erstaunlich ruhig,
es kommt zu keinen Kampfhandlungen mehr. Die beiden Weibchen
sind aber nicht übermäßig begeistert von der
Anwesenheit der anderen. Benji bleibt weiter im Einsatz, um
seine Weibchen zu beruhigen bzw. Auseinandersetzungen zu unterbrechen.
Zeitweise heftiges Zähneklappern zwischen ihm und Lea.
Im
Lauf des Abends beginnt Lea Freja immer mehr auszugrenzen
bzw. aus dem großen Käfig zu verjagen. Freja hält
sich hauptsächlich im kleineren Käfig oder im abgegrenzten
Bereich auf - sie beginnt sich unter der Rampe im kleinen
Käfig zu "verstecken" und macht auch Lea klar,
dass das ihr Bereich ist.
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| Tag
13 |
Benji,
Lea und Freja haben mittlerweile den ersten gemeinsamen Tag
hinter sich gebracht, es herrscht angespannte Ruhe, zeitweise
unterbrochen durch Zähneklappern. Benji ist nach wie vor
um Beruhigung bemüht. Nachdem die Lage zwischen Lea und
Freja eher schlechter wird, fällt die Entscheidung, ein
junges Meerschweinchenweibchen dazuzunehmen, um die gespannte
Situation etwas zu entschärfen: Georgina.
Zunächst
wird ein kleiner Käfig angestellt, damit sie sich nach
dem Transport ein bisschen erholen kann. Nach ein paar Stunden
wird sie in ein Kuschelnest in den abgegrenzten Bereich gesetzt.
Benji und Freja werden wiederholt in den Bereich gesetzt,
zunächst scheinen sie Georgie gar nicht wahrzunehmen.
Schließlich merkt Benji, dass noch ein Weibchen anwesend
ist und fängt an, sie heftig zu bebalzen, was aber nicht
auf große Gegenliebe stößt. Lea kommt in
den Bereich, schnüffelt kurz an Georgie und geht wieder.
Nach einigen Versuchen wird endlich auch Freja auf Georgie
aufmerksam, etwas längeres Beschnuppern, auch sie geht
wieder.
Schließlich
folgt Georgie Benji in den großen Käfig - Lea und
Freja wirken zwar ein bisschen verwirrt, aber sie zeigen keine
Aggression gegen Georgie - und auch Leas Aggression gegen
Freja flaut etwas ab.
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Tag
14,
Tag 15 |
Alle
vier Meerschweinchen sind eine Gruppe, die Stimmung ist zwar
zeitweise gespannt, wird aber im Laufe der nächsten Tage
schrittweise etwas besser. Zeitweise flammen noch Streitereien
auf, Benji geht immer wieder dazwischen, geht auch manchmal
scheinbar unbegründet auf Lea los. Lea und Freja gehen
einander soweit wie möglich aus dem Weg, fressen aber zeitweise
auch schon halbwegs friedlich Seite an Seite. |
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| einige
Wochen später |
Und
kurz noch ein Resümee nach ein paar Wochen der gemeinsamen
Haltung. Zeitweise war der Weg ein bisschen steinig, besonders
dann, wenn bei den Damen der Hormonhaushalt ein bisschen verrückt
gespielt hat - aber sie sind zu einer durchaus harmonischen
Gruppen zusammengewachsen, in der es nicht mehr als den üblichen
Streit von Zeit zu Zeit gibt - und da sind auch nicht immer
nur Freja und Lea beteiligt, sondern genauso Georgie und Nui,
die ein paar Tage nach Georgie eingezogen ist. Und Freja und
Lea schlafen sogar zeitweise Schnauze an Schnauze oder fressen
gemeinsam Seite an Seite. :-)) |
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